Pyrotechnik

DFB-Kongress - Rede unserer Vertreterin

Wir haben heute festgestellt, dass wir uns in einer Spirale befinden. Es gibt Verbote, wird sich an diese nicht gehalten, folgen Strafen und weitere Verbote und daraus wächst Widerstand, was in noch härteren Strafen mündet. 
Wir haben auch gehört, dass die Lösung aus dieser Spirale aus Repression und Gegenwehr herauszukommen, Gesprächsbereitschaft wäre.

Mit Verlaub – das glaube ich nicht!

Wäre Gesprächsbereitschaft die Lösung, dann würden wir nicht seit vielen Jahren mit den Fanrechten auf der Stelle treten!

Was wir brauchen, ist nicht nur die Bereitschaft, Gespräche zu führen, sondern das, was wir hier heute teils schon getan haben, nämlich wirklich miteinander zu reden und sich auf Augenhöhe zu begegnen und auszutauschen. Was wir brauchen sind Ideen, Visionen und Konzepte, die man dann auch umsetzt!
Handeln statt reden!

Ich freue mich, dass wir Ultragruppen diesen ersten Schritt gemacht haben! Dass wir mit der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ ehrliche Gesprächsbereitschaft anbieten und auf konstruktive Gespräche mit dem DFB setzen. Und ich bin mir auch sicher, dass der DFB sein Angebot, sich mit uns an einen Tisch zu setzen, ernst gemeint hat und dem auch nachkommen wird. 
Doch wir sind noch weiter gegangen. Wir haben ein praktikables Konzept zur Legalisierung von Pyrotechnik in Fußballstadien erarbeitet.
Dieses Konzept ist anwaltlich geprüft, es hat eine Rechtsgrundlage gemäß dem Sprengstoffgesetz und der Versammlungsstättenverordnungen - es hat Hand und Fuß!
Es wird nicht nur unterstützt von einem Zusammenschluss von Ultragruppen, unterstützt von BAG und einigen Vereinen, sondern auch von Fanorganisationen wie BAFF, Pro Fans und Unsere Kurve, zudem will auch die KOS vermitteln und unterstützen. 
Ich glaube, so ein breiter Konsens über eine Problemlösung - das ist bisher einmalig und darauf können wir aktiven Fußballfans wirklich stolz sein!

Bevor ich nun dieses Konzept übergebe, möchte ich, wenn ich schon das Mikro in der Hand habe, kurz die Möglichkeit nutzen und ein paar Worte an die anwesenden Vertreter der Polizei richten:
Gespräche, praktikable Konzepte und neue Wege sind der Ausweg aus der genannten Spirale, bevor sich diese immer weiter zuspitzt. Wenn ich heute so manchen Redebeitrag gehört habe, bin ich mir nicht sicher, ob Sie das wirklich alle verstanden haben!
Sie sprachen von noch schärferen Strafen, Auflagen und Verboten, um uns unter Kontrolle zu bringen. Das wird so nicht funktionieren!

Ich würde mir wünschen, dass Sie mal in sich gehen und überlegen, ob das wirklich die Lösung sein kann?

Ich denke, jeder hier in diesem Raum kennt die Antwort!

Ich weiß aber auch, dass es bei der Polizei Befürworter von legaler Pyrotechnik in Stadien gibt und ich würde mich freuen, wenn sich diese trauen, das Wort zu erheben und dazu zu stehen.


Und nun, Herr Spahn, würde ich Ihnen das Konzept gerne überreichen!

 

von Anke Wiedenroth auf dem Kongress "Feindbilder ins Abseits" am 12.01.2011 in Frankfurt/M.

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